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5. EtappeStavanger - TravemündeTechnik und Wetter hatten sich gegen uns verschworen. Montag und Dienstag waren für unser Seegebiet Sturmwarnungen herausgegeben worden. Außerdem machte unser Motor Zicken und ließ sich trotz aller Bemühungen nicht starten. Der Montag wurde folglich zum „idealen“ Hafentag. Intensive Zuwendung zu unserem Motor, langes Fachsimpeln und diskutieren über etwaige mechanische Probleme. Hatten wir jemanden an Bord, der sich mit Technik auskennt? Nein! Oder jemanden, der keine Angst hat? Ja, mit solchen Leuten war unser Boot voll! Heroisch entschlossen wir uns, die Kraftstoffleitungen zu entlüften: der Motor war repariert und schnurrte wie ein Kätzchen! Wir hatten eines unserer Probleme gelöst. Gegen den Sturm konnten wir nichts tun außer abzuwarten. Die Nacht von Montag auf Dienstag wurde selbst im Hafen recht ungemütlich. Wir wurden in unseren Kojen ordentlich durchgeschüttelt. Nein, bei diesem Sturm waren wir alle froh jetzt nicht draußen auf See zu sein. Da wir alle Salzwasser geleckt hatten und darauf brannten endlich loszusegeln, die Wetterlage dieses aber nicht zuließ, entschlossen wir uns für einen Kompromiss. Den Dienstag nutzten wir für einen Tagesausflug nicht auf die rauhe See, aber für eine Fahrt ins Landesinnere, in die Fjordlandschaft. Der Lysefjord sollte unser Ziel sein. Einer der Fjorde mit den höchsten Felsen, der berühmteste von ihnen: Preikestolen, er ragt 600 Meter steil in die Höhe. Einerseits waren wir über diesen Tag froh, da wir endlich gesegelt waren, andererseits ging es uns gegen den Strich abends wieder dort anzulegen, wo man am Mittag die Leinen losgeworfen hatte. Es widersprach einfach der Idee des Segeltörns… Am Mittwochmorgen ging es nun richtig los. Die Wettervorhersagen waren gut (bedeutet zumindest keine Stürme), die letzten Einkäufe wurden getätigt, das Schiff klar gemacht. Ziel war es, die „verlorene“ Zeit aufzuholen und in einem Schlag nach Dänemark zu segeln. Ein wirklich ehrgeiziges Ziel. Wir legten bei Regen unter Motor ab. Der Wind kam aus der falschen Richtung, so dass der Motor noch eine ganze Weile laufen sollte. Gegen 22 Uhr erhielten wir für das vor uns liegende Seegebiet eine Sturmwarnung und entschlossen uns daraufhin, den Hafen von Egersund anzulaufen. Den nächsten Tag verbrachten wir wegen des Sturms (und Übermüdung der Crew) mal wieder im Hafen. Wir nutzten die Zeit um uns das hübsche Städtchen Egersund in Ruhe anzuschauen und zu erkunden. Von einem nahe gelegenen Hügel hatte man eine perfekte Aussicht über die Südausfahrt des Hafens, das Meer, die Stadt und das felsige Hinterland. Da zudem die Sonne schien, beschlossen wir am Mittwochmorgen hier zu frühstücken. Gesagt getan, es war etwas windig und wir hatten alle Hände voll zu tun sämtliche Frühstücksutensilien festzuhalten, aber bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein genossen wir unsere Nutella-Brötchen. Dann ging es los übern das gefürchtete Skagerak... Am nächsten Morgen (Samstag) sahen wir um 8 Uhr zum ersten mal dänisches Land, es dauerte aber noch einige Stunden bis wir in Lemvig, unserem ersten Hafen im Lymfjord waren. Gegen 14 Uhr legten wir an. Wir hatten mit 143 Seemeilen ein gutes Etmal. Der weitere Heimweg führte uns über Ballen auf Samsö, über die kleine Insel Omö und schließlich über Bagenkop sodann durch den Fehmarnsund ohne, dass sich berichtenswertes ereignen sollte. Als Entschädigung, für den oftmals aus der falschen Richtung wehenden Wind, konnten wir die letzten Meilen unter dem prall stehenden „Lübeck-Spinnaker“ direkt bis in unseren Heimathafen einfahren – ein schönes Gefühl, ein schönes Ende für einen schönen Törn! |
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