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4. EtappeBodö - Stavanger
Als wir endlich im Yachthafen von Bodø aufliefen, wartete die Vorcrew auch schon und hieß uns herzlich willkommen. Sogar die Matratzen haben sie für uns gelüftet. Nach kleinem Klönschnack hatten wir jedoch noch etwas Wichtiges zu erledigen: die Proviantierung und zwar innerhalb einer Stunde. Aber ein echter ASVer weiß sich auch in einer fast aussichtslosen Situation zu helfen und „Erbse“ ist als Einkaufswagen durchaus eine Alternative. Auch wenn man das Risiko eingeht, dabei die halbe Bordkasse, investiert in Proviant, im Hafenbecken zu versenken, aber Henning hat alles wunderbar vom Laden zu Wiking gerudert. Den Abschluss des Tages bildete ein Besuch in einer echt guten Pizzeria, zusammen mit dem Rest der Vorcrew, der erst am nächsten Tag nach Hause fliegen sollte. Quasi ein letztes bisschen Zivilisation bevor es auf große Seereise geht. Am Montag ging es dann endlich los. Kurs Svartisen-Gletscher. Anfangs noch unter Maschine und bei grauen Himmel, doch alsbald kam dann auch die Sonne raus und verwöhnte uns zusammen mit einer frischen Brise von schräg achtern. Diese Art von entspanntem Segeln lässt viel Zeit für die einfach atemberaubende Landschaft, die sicherlich jeden von gefesselt hat. Norwegen ist einfach ein fantastisches Land. Selbst auf Wiking wirkte diese Szenerie wie eine Frischzellenkur. Kaum angeluvt auf Halbwindkurs rannte das Mädel als gäbe es kein morgen. In Fallböen von 7 Windstärken, bei keiner Welle auf Grund geschützer Schärengewässer und leichter Übertakelung erreichten wir schon auf der ersten Tagesetappe unser schnellstes Log: 9,3 kn. Leider war dieser Geschwindigkeitsrausch nur von kurzer Dauer. So, dass es noch bis nach Mitternacht dauerte bis wir schließlich in rabenschwarzer Nacht an einem Steg zu Füßen des Svartisen-Gletschers fest machen sollten. Da der Zeitplan eng gesteckt war ging es rasch weiter. Eines stand fest, wir mussten die erste Nacht durchsegeln! Aber dieses stellt in den norwegischen Gewässern kein Problem, da die Schifffahrtswege eigentlich sehr gut gekennzeichnet sind. Lediglich ab und zu gab es einige Unstimmigkeiten in den Seekarten, aber alles kein Problem. Auch auf diesem Teilsstück durfte Wiking noch mal zeigen, dass sie eine Rennziege ist, Zumindest wenn der Fallwind von hinten sie treibt. Aber da dieser leider nicht immer da war, war auch die Maschine ein toller Begleiter. Gegen Mittag, einem kurzen Angelstopp und ungefähr 8kg Heilbutt später, erreichten wir schließlich Bronnøysund. Laut Vekehrsschildern soll dieser Ort genau die Mitte zwischem Nordkapp und Kap Lindesnes (quasi Südkapp Norwegens) darstellen. Kaum zwei Stunden später waren wir jedoch schon wieder unterwegs, und in der Kombüse brutzelte es auch schon wieder fleißig. Ja, Heilbutt ist ein großer Fisch und ohne Kühlschrank muss es halt drei Mal am Tag Fisch geben, immerhin wollte der Käpt’n ja wieder angeln. Mit Vorliebe vor allem wenn der Co-Skipper schläft. Ein nächstes Etappenziel stand noch nicht fest, nur es ging wieder über Nacht. Was dann nach einem guten Seemannsfrühstück folgte war wieder Segeln der Extraklasse. 9 Stunden unter Spinnaker bei 5 Windstärken von hinten. Das machte natürlich mächtig Dampf und es war schön das bunte Holstentor auch mal in die große Welt zu entführen. Doch alles Schöne hat auch mal ein Ende und das Bergen eines Spinnaker will gelernt sein. Aber wozu gibt es Sicherheitsgurte? Ende gut alles gut. Und sicher vertäut im Hafen von Tarva, einer relativ großen Insel mit jedoch nur 6 festen Einwohnern hat auch was für sich. Dann ging es weiter nach Ålesund. Zumindest war das Ziel. Doch auch wenn der Weg das Ziel ist, kann Flaute bei Restdünung, extrem schnell Seekrankheit hervorrufen. Da gibt es Momente da entschädigt noch nicht mal die schöne Schärenlandschaft. Zum Glück kommt nach jedem Seestück in Norwegen ein Stück in geschützten Gewässern. Das beruhigt die Nerven und gibt Kraft, so dass wir am Montag Morgen um 6 Uhr endlich in der bekannten Jugendstilstadt einlaufen konnten. Aufenthalt 2,5 Stunden, denn der Wetterbericht ist gut. Also gerade genug Zeit um schnell einkaufen zu gehen und einmal auf den Stadtberg zukrabbeln. Dann hieß es auch schon wieder Leinen los. Schließlich wartete Stattlandet, das gefährlichste Kapp Norwegen musste umrundet werden. Nach Passage der Vogelinsel Runde hieß es Kurs offenes Meer und da erreicht der Seegang auch mal schnell 4 Meter bei gerade mal 6 Windstärken. Schon ein anderer Schnack als die dagegen wie ein Dorfteich wirkende Ostsee. Aber Wiking ist ein sicheres Schiff, so dass wir das Erlebnis genießen konnten. Kaum 4 Stunden später war das gefährlichste Seegebiet Norwegen, in dem jährlich die meisten Fischer auf See bleiben, passiert und unser Flaggschiff wieder in den geschützten Schären. Am Abend liefen nach ausreichenden beinahe lästigen Versuchen von Makrelen unser Schiff zu stürmen den Hafen von Måløy an… |
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